Ehrenbreitstein

[ slow] [medium] [fast ]
Traditionell macht sich die Mainzer Kantorei St. Alban jährlich auf, sich gemeinsam sportlich zu betätigen, indem sich die Sängerinnen und Sänger auf die Fährräder schwingen und auf gut Wetter hoffend durch die Natur zu einem schönen Plätzchen radeln.

Unser Chorleiter Heinz Lamby ist dabei jedes Mal aufs Neue bemüht, eine geeignete Unterkunft zu finden, sowie allen organisatorischen Aufwand zu übernehmen. So plante er 2003 eine gemeinsame Tour zur Festung Ehrenbreitstein am Konrad-Adenauer-Ufer der Stadt Koblenz, fast direkt gegenüber vom Deutschen Eck und der Rhein-Mosel-Mündung. Nun ist Koblenz aber immer noch ungefähr 60 km von Mainz entfernt und nicht jedes Fahrrad meistert diese Strecke, die dann vier Stunden dauern würde, mit Leichtigkeit. Zumal das Gepäck (inkl. Laptop, Flickzeug, Spielzeug-Feuerwehrautos und viele Feuerwehrmagazine) eine zusätzliche Belastung darstellt. Kurz gesagt: Wir ließen die ersten 20 km per Regionalexpress mit einer einstündigen Fahrt hinter uns und fuhren erst ab Boppart los.
Ein kleiner Hinweis an alle, die bei ihrer Gepäckplanung auf dasselbe Problem stoßen könnten wie ich: Jedes Fahrradabteil im Zug bietet praktischerweise ein paar Metallstangen zum Befestigen der Drahtesel. Wer dieses jedoch nutzt und seine Gepäcktasche mit zwei Quadratmetern Umfang in die enge Lücke zwischen Stange und Zugwand stopft, der sollte natürlich auch erwarten, dass sich eine Großfamilie mit fünf Fahrrädern direkt und ohne Abstand hinter ihm platziert und somit den Ausstieg in Boppart zu einer fast unmöglichen Tortur gestaltet.

Nach so einer langen Zugfahrt kann sich um die Mittagszeit niemand ohne Stärkung nach einer so anstrengenden Zugfahrt auf den Weg machen. Wo Boppart doch so herrlich viele Restaurants bietet, suchten wir aufwendig nach der Spezialität „Döner“ in allen gastronomischen Einrichtungen. Der Vorteil einer kirchlichen Kantorei: Göttliches Wetter (d. h. Sonnenschein und angenehme Temperaturen)!

Frisch gesättigt und voller Freude begannen wir schließlich unsere schöne Tour entlang des Rheins. Vorbei an den vielen anderen Fahrradtour-Gruppen, teilweise über Wege, deren Anfang ein schönes „Fahrrad verboten“-Schild ziert („Wo war da denn ein ‚Fahrrad verboten’-Schild? Ich hab’ keins gesehn!“), an vielen Rhein-Schlössern und reichlich begrünten Uferpromenaden, radelten wir langsam zu unserem Ziel: Dem nächsten Biergarten! Dort machten wir Rast und genießten unser köstliches — Apfelsaftschorlengetränk — unter Kastanienbäumen („Herr Lamby, eben flog schon wieder eine kleine Kastanie an ihrer Apfelsaftschorle vorbei!“), direkt am sich anbahnenden Gewitter („Das zieht vorüber, wir müssen hier nur ein wenig warten, damit wir nicht in den Regen fahren.“). Kurz bevor es regnete machten wir noch am roten Ferrari, den wir nahe dem Biergarten fanden, ein Gruppenbild und zogen weiter unseres Weges.

In Koblenz vor der Brücke über den Rhein und zur Festung Ehrenbreitstein angekommen, teilte uns Dominiks Navigation noch in zwei Gruppen („Okay, die da vorne sollen ruhig ihr Fahrrad die Treppe an der Brücken hoch tragen. Ich schlage vor, dass wir schon hier links vor der Brücke die Rampe hochfahren.“) und wir (die Gruppe war dort wieder beisammen) befanden uns am Fuße des Kreuzberges, der, nach Benedikts Zustand, nachdem er sich bis nach oben an die Festung gequält hat, mindestens fünf Kilometer, in Wirklichkeit wahrscheinlich ca. 150 Meter hoch ist.

Die immense und sehenswerte Anlage der Festung Ehrenbreitstein, die in ihrer Geschichte noch nie eingenommenen wurde, bescherte uns die richtige Belohnung für den harten Kampf der letzten Meter. Nachdem auch der kleine Kai, von unserem Rettungskommando Tobias und Christoph begleitet, den Weg zur Jugendherberge meisterte, erledigte Herr Lamby seinen organisatorischen Teil, indem er mit der Rezeption unsere Übernachtung fertig abhandelte.

Einer Jugendherberge entsprechend waren die Zimmer, aber die Zeit in Koblenz gestaltete sich alles andere als langweilig. Drei weitere Chormitglieder, nämlich Achim, Stefan und Daniel kamen mit dem Auto nach und gesellten sich zur Gruppe. Mit Abendessen und einer anschließenden gemeinsamen gemütlichen Runde bei diversen Gesellschaftsspielen und Unterhaltungen endete der aktionsreiche Freitag.

Die Zeit nach dem Frühstück bis zum Mittagsessen am Samstag diente einer kleinen Stadtbesichtigung von Koblenz. Eine sieben Meter lange, rostige Personenfähre („Maximale Tragkraft: 150 Personen“) schaukelte uns über den Rhein, wobei Nina es doch tatsächlich wagte, sich, in der fast ausschließlich von uns genutzten Fähre, auf den Schoß ihres Freundes Daniel B. zu legen und deswegen dazu ein gehöriges Echo des Fährmanns erhielt. An der prächtigen Koblenzer Uferpromenade begeisterte uns die Statue des Kaisers Wilhelm zu einem Gruppenfoto und um uns dem kulturellen Rausch der 107 000 Einwohner großen Stadt näher zu bringen, entschlossen wir uns zu einer deutsch-englischen Tour mit einer wackeligen Stadtrundfahrt (Stefan: „Ich kann leider kein Französisch!“). Besonders das zeitgleiche Abstimmen der Aufnahme mit dem Verkehr von Koblenz stellte sich wie eine Lebensaufgabe für den Fahrer dar.

Eine halbe Stunde später nach dem Ende der Fahrt reizte uns das vorher besichtigte Stadtinnere zu einem erneuten kleinen Besuch und wir wanderten also noch mal dorthin (Typisch Bene: „Ich bin doch nicht doof und lauf’ da jetzt bei der Hitz’ ewig lang in die Stadt! Nina und ich nehmen den Bus…“). Eine vergnügsame Zeit in der Innenstadt von Koblenz endete mit der Überfahrt zur anderen Uferseite, einer Seilbahnfahrt auf den Berg und einem kleinen Mittagessen zurück in der Jugendherberge („Das tut mir leid: Sie hatten doch nur Halbpension bestellt…“).

Gegen Abend war nun das jeder Fahrradtour zugehörige große Grillen mit Dominik als Grillmeister und den hungrigen Chorsängerinnen und –sängern. Zuvor jedoch musste der kulturelle Teil noch seinen krönenden Abschluss mit einer Besichtigung und Führung der bisher uneingenommenen Festungsanlage aus der preußischen Zeit mit ihren geschickt angelegten Sicherheitsvorkehrungen gegen Eindringlinge, den interessanten Innenräumen und der Kapelle.

Am Sonntag war dann schon die Heimfahrt angesagt. Probleme bereitete Tobias’ Fahrrad, das leider ein dickes Loch im Vorderradschlauch hatte und er uns so leider nicht weiter auf dem Zurückweg begleiten konnte. Mit der Ankunft in Boppart nahmen wir eine kurze Mahlzeit zu uns. Das dauerte sehr lange und dadurch gestaltete sich das rechtzeitige Ankommen am Bahnhof wiederum als sehr schwerlich. Als auch Kai es noch relativ knapp geschafft hatte, ging es mit dem Zug zurück nach Mainz gegen 16 Uhr.

Daniel Heid
[ slow] [medium] [fast ]
Gruppe am Rhein
Gruppe beim Eisessen
Stefan
Gruppenbild
Daniel, der Messerstecher
Kai und Nina
Tobi und Christoph auf dem Weg in den Käfig
Kai und Diana im Lift
Lamby versucht Bierdeckel zu fangen
Gruppe in Mainz-Südbahnhof
Gruppe bei Nacht
Bene und Niki am Bahnsteig
Stefan
Prost
Löhr-Center
Kai macht Pause
Hr. Lamby und Kai am Rhein
Lamby im Zug
© 2012 Mainzer Kinder- und Jugendkantorei St. Alban | Startseite | Impressum